Im nächsten Jahrzehnt soll Nidda doch noch ein neues Hallenbad bekommen. Der Magistrat soll dafür Förderprogramme ausfindig machen.

NIDDA - Im nächsten Jahrzehnt soll Nidda doch noch ein neues Hallenbad bekommen. Die Stadtverordneten signalisierten am Dienstagabend zum ersten Mal, dass sie fast alle für den Bau einer Schwimm-Anstalt sind. Mit nur einer Enthaltung beauftragten sie den Magistrat, Förderprogramme ausfindig zu machen. Auch der Wetteraukreis müsse helfen, forderte ein Stadtverordneter. Wenn der Wetteraukreis schon die neue Gymnasiums-Sporthalle baut, sollte er sich nach Ansicht mancher Lokalpolitiker auch am Hallenbad beteiligen.

Seit 2016 steht das 1971 gebaute Hallenbad nutzlos herum. Das marode Bauwerk ist reif für den Abriss. Selbst die Duschen und Toiletten im Untergeschoss dürfen von den Gästen des nebenan liegenden Freibades nicht mehr genutzt werden. Für 125 000 Euro musste die Stadtverwaltung vor Kurzem vier Dusch- und Toilettencontainer installieren, damit das Freibad weiter geöffnet bleiben kann. Einen Hallenbad-Neubau lehnte das Parlament bisher wegen Geldmangels ab.
Doch nun keimen Hoffnungen auf, dass die Kinder aus Nidda und den Stadtteilen wieder in der Gymnasiumsstraße das Schwimmen lernen können. Dass sie im nächsten Jahrzehnt dafür nicht mehr ins Gederner Hallenbad gefahren werden müssen. Die Stadtverordneten beschlossen am Dienstag: Der Magistrat müsse zügig Fördermöglichkeiten des Landes Hessen, des Bundes und der Europäischen Union für den Neubau eines Hallenbades in Nidda prüfen. Vor allem sei zu recherchieren, wie viel Geld aus den Landesprogrammen "SWIM" und "Sportland Hessen" für den Bau nach Nidda geholt werden könnte. In der nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung muss Bürgermeister Hans-Peter Seum die Ergebnisse der Prüfung vorstellen.

Das ist noch lange kein Bau-Beschluss. Doch zum ersten Mal seit Jahren sprachen sich alle Redner im Parlament für ein neues Hallenbad aus. "Das Thema verträgt keine Parteipolitik", sagte der Grüne Marcus Stadler. "Wir fordern dies seit Jahren", erinnerte der SPD-Fraktionschef Stefan Knoche. Die SPD beantragte 2017 den Bau eines Ganzjahresbades in Niedrigenergie-Bauweise. Nun bringt die CDU den Prüf-Antrag ein. Die Stadt habe endlich wieder einen ausgeglichenen Haushalt, sagte Jacqueline Reichhold für die CDU - "und damit auch die Möglichkeit, in Zukunft wieder tragfähige Investitionen zu tätigen". Doch ein Neubau kostet viele Millionen, und der Betrieb erfordert jedes Jahr sechsstellige Subventionen. So schränkte Reichhold gleich ein: "Auch mit dem positiv aussehenden Haushalt kann sich Nidda kein Hallenbad allein leisten." Bernd Schoeps von der Bürgerliste meinte, Nidda brauche als "wichtige Schulstadt mit Sportgymnasium" ein Hallenbad. Aber sie sollte es nicht alleine bauen und betreiben. "Eigentlich hat der Kreis als Träger des Schulsports den Hut auf." Zuvor hatte die Bürgerliste vergeblich für ein interkommunales "Oberhessen-Bad" in Nidda geworben.

Der Wetteraukreis hat sich zum Hallenbad bisher nicht geäußert, doch er will in Nidda Millionen für den Schulsport ausgeben. Im Januar und zuletzt am 6. Mai in einem Gespräch mit Bürgermeister Seum kündigte Landrat Jan Weckler (CDU) den Bau einer Dreifelder-Sporthalle an. Das auf 4,8 Millionen Euro bezifferte Gebäude soll die 48 Jahre alte Gymnasiums-Sporthalle ersetzen. Laut Seum soll der Neubau ab 2022 entweder an der Stelle der alten Halle oder im Bereich des Rasensportplatzes neben dem Freibad entstehen. Der Kreis sei bereit, in diesem Gebäude auf eigene Kosten eine "multifunktionale Gymnastikhalle" zu integrieren. Wenn weitere Funktionen gewünscht würden, müsste die Stadt das bezahlen. Weitere Details will der Bürgermeister den Fraktionschefs am 8. Juli mitteilen. Auf Anfrage der SPD verriet er schon die Wünsche der Stadtverwaltung, der Vereine und des Gymnasiums. Die neue Sporthalle braucht demnach ein Foyer, eine Küche und einen Kiosk, außerdem eine Tribüne für 500 Zuschauer, einen Fitness- und einen Kraftraum, eine Beschallungsanlage, große Uhren und ein Lager für Material der Sportvereine. Wie viel das alles kosten würde, ist noch unklar.

Quelle: Kreis-Anzeiger v. 27.6.2019

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