Adelheid Spruck ist Stellvertreterin von Bürgermeister Hans-Peter Seum

Eine ihrer Aufgaben wird sein, die Zusammenarbeit zwischen Magistrat und Ortsbeiräten zu verstärken.
Die 58-jährige Christdemokratin Adelheid Spruck bekleidet als erste Kommunalpolitikerin die Position der Ersten Stadträtin von Nidda ehrenamtlich.

NIDDA - Seit einigen Tagen ist Adelheid Spruck ehrenamtliche Erste Stadträtin von Nidda. Damit löst die Christdemokratin den bisherigen hauptamtlichen Ersten Stadtrat Reimund Becker (SPD) ab. Zu Sprucks Aufgaben gehört auch, Bürgermeister Hans-Peter Seum (parteilos) zu vertreten. "Wenn er einen Termin nicht wahrnehmen kann, bin zunächst ich diejenige, die ihn vertritt." Den bisher hauptamtlichen Posten ehrenamtlich auszuführen, ist nach Ansicht von Spruck machbar. "Im Rathaus ist derzeit eine Umstrukturierung im Gange", erläutert sie. Dies habe Bürgermeister Seum initiiert und so die Voraussetzungen geschaffen, dass die Funktion nunmehr ehrenamtlich bekleidet werden könne.
Wirtschaftsförderung
Bestimmter Dinge will sich Spruck vertieft annehmen, all dies in Absprache mit dem Rathauschef. "Das ist zum einen die Verbindung zu den Ortsbeiräten. Das wird mein Ressort als Kontaktperson sein." Ziel sei es, die Zusammenarbeit zwischen den Stadtteil-Gremien und dem Magistrat zu verbessern. "Das werde ich als Erstes angehen", kündigt Spruck an. Was ihr auch am Herzen liegt, ist die Wirtschaftsförderung. Und ein dritter Punkt ist eine bessere verkehrliche Anbindung an die Rhein-Main-Region. "Da sitzen wir mit anderen Kommunen im Boot", betont Spruck. Zudem will sich die Erste Stadträtin mit Bundes- und Landesprogrammen befassen, welche die Kommunen fördern. Im Rathaus wird sie voraussichtlich dienstags und freitags anzutreffen sein. "Dort werde ich ein kleines Büro haben. Wer möchte, kann einen Termin vereinbaren und mit mir sprechen."
Mittlerweile habe sie etwas mehr Zeit und denke, dies leisten zu können, sagt die 58-Jährige, die früher im Bank- und Bürobereich beruflich tätig war. "Es ist ein Ehrenamt, das macht man mit dem Herzen. Es ist mir auch eine Ehre, dieses Amt zu haben." Als ihre Söhne älter wurden, hatte Adelheid Spruck viele Jahre den Vorsitz der CDU-Fraktion im Stadtparlament inne, auch dies eine umfangreiche Aufgabe. Im Kreistag war Spruck ebenfalls. Doch trotz eines besonders guten Wahlergebnisses im März 2016 legte sie das Mandat schon nach wenigen Monaten wieder nieder, als sie parallel Stadträtin in Nidda wurde. Sie habe nicht zwei Aufgaben gleichzeitig ausführen wollen, erklärt Spruck, denen sie "dann nicht hätte gerecht werden können".

HINTERGRUND
Adelheid Spruck wurde 1960 in Gießen geboren und wuchs in Nidda auf. Sie hat zwei erwachsene Söhne und ein Enkelkind. 1979 machte sie Abitur in Nidda, absolvierte eine Banklehre und war anschließend im Bankbereich aktiv. Von 1990 bis 2012 führte sie den kaufmännischen Bereich im familiären Handwerksbetrieb. Von 1974 bis 1978 war sie in der Schülerunion Nidda, seit 1976 ist sie CDU-Mitglied. Von 1997 bis 2008 saß sie im Ortsbeirat Wallernhausen, Stadtverordnete war sie von 1997 und 2016, zwölf Jahre davon Fraktionsvorsitzende. Seit 2016 ist sie Stadträtin. Im CDU-Stadtverband arbeitete sie über Jahre hinweg als Beisitzerin, stellvertretende Vorsitzende und Vorsitzende mit. (ihm)

Ehrenamtlich ist Adelheid Spruck noch auf anderen Gebieten aktiv, etwa in der Fastnacht, wo sie im Präsidium des Niddaer Carneval Vereins eine von vier Vorsitzenden ist - mit einem umfangreichen Arbeitsbereich: Sie ist unter anderem für die Prinzenpaare, den Elferrat, die Presse und die Programmgestaltung der großen Sitzungen zuständig. Außerdem steht sie seit fast 20 Jahren als Büttenrednerin auf der Bühne. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern im Garten, Fotografieren ist ein weiteres Hobby.

Anders als ihre Schwester Lucia Puttrich, die im Bundestag war und aktuell Staatsministerin ist, ist Adelheid Spruck in Nidda geblieben. Die Frage, auch in die Landes- oder Bundespolitik zu gehen, habe sich ihr nie gestellt. Sie hat zwei erwachsene Söhne, arbeitete im heimischen Büro und sei für die Kinder vor Ort gewesen. Dies habe den Söhnen gutgetan. Sprucks verstorbener Vater Arnold, seinerzeit Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und langjähriger Landtagsabgeordneter, sei ein sehr warmherziger Mensch gewesen. Beide Töchter habe er sehr gefördert. "Und jede hat ihren eigenen Weg gesucht", betont Spruck. In der Kommunalpolitik zu sein, "ist mein gewünschter Weg, an der Basis der Demokratie. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten in der Politik." Sie sei ortsgebunden und geerdet. "Privat bin ich aber auch anders unterwegs - da schaue ich mir gern die Welt an."

Wie sie sich selbst beschreiben würde? "Das müsste man andere Leute fragen", lacht sie. Doch sie meine, einen guten Humor zu haben, direkt, ehrlich und eine Team-Playerin zu sein.


Foto: Ihm-Fahle

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